Ein klares Ziel hebt die Leistung
Konkrete, herausfordernde Ziele wirken deutlich stärker als ein vages „streng dich an“. Die freien Tage machen aus „gute Noten“ ein greifbares Jahresziel.
An der HAK St. Pölten gibt es ab diesem Schuljahr freie Tage für guten und ausgezeichneten Zeugniserfolg und für echtes Engagement außerhalb des Unterrichts.
Grundlage ist das offizielle Jahreszeugnis des Vorjahres. Keine Ermessensfrage, keine Lehrer-Willkür: Was im Zeugnis steht, zählt.
im Jahreszeugnis vermerkt
im Jahreszeugnis vermerkt
für Projekte, Wettbewerbe und besonderen Einsatz außerhalb des Unterrichts
Vier Schritte, alles digital. Die wichtigste Regel: spätestens drei Tage vorher mit dem Klassenvorstand abstimmen.
Dein Klassenvorstand führt zu Schulbeginn eine Liste aller Anspruchsberechtigten in der Klasse.
SchulbeginnFrei wählbar, solange keine Schularbeit, kein Test und keine Pflichtveranstaltung an dem Tag liegt.
Kalender checkenOutlook-Mail an den Klassenvorstand zur Bestätigung, das Sekretariat in Kopie zur Dokumentation. Kurz abstimmen, dann passt's.
spätestens 3 Tage vorherDer Tag wird in WebUntis als „Entschuldigt – Zeugniserfolg/Engagement“ eingetragen. Den verpassten Stoff holst du selbstständig nach.
danachAn: [Klassenvorstand] Cc: Sekretariat Betreff: Freier Tag (Zeugniserfolg) am [Datum] Sehr geehrte/r Frau/Herr [Name], ich möchte meinen freien Tag aus dem Konzept „Freie Tage bei schulischem Erfolg“ am [Wochentag, Datum] nehmen. An diesem Tag sind laut Kalender keine Schularbeiten, Tests oder Pflichtveranstaltungen. Den Stoff hole ich selbstständig nach. Anspruch: [Ausgezeichneter / Guter Erfolg / Engagement], bisher genommen: [x] von [y] Tagen. Liebe Grüße [Vorname Nachname], [Klasse]
Das System funktioniert nur, wenn es niemandem den Unterricht durcheinanderbringt. Deshalb gibt es klare Grenzen.
Ausnahmen gibt es nur nach schriftlicher Rücksprache mit dem Klassenvorstand.
Wer sich in Projekten, Wettbewerben oder ähnlichem über den Unterricht hinaus einsetzt, kann zusätzliche freie Tage bekommen. Wie viele, entscheidet die Schule im Einzelfall. HAK-Personalities und herausragende Leistungen werden gesondert berücksichtigt.
Jede Anfrage wird gegen die Liste des Klassenvorstands geprüft, damit niemand mehr Tage nimmt, als ihm zustehen. Eintrag in WebUntis, fertig. Kein Papier, kein Zusatzaufwand fürs Sekretariat.
Lernmotivation sinkt nachweislich im Lauf der Sekundarstufe, also genau in den Jahren an der HAK. Ein klares, erreichbares Ziel setzt einen Gegenimpuls. Das Modell zeigt, was das ungefähr bewirken kann.
So rechnet das Modell: Von den Schüler*innen knapp unter einer Stufe schafft im gewählten Szenario ein Teil den Aufstieg, weil das Ziel jetzt sichtbar belohnt wird. Bewusst vorsichtig angesetzt, 180 Schultage pro Jahr, Engagement-Tage nicht eingerechnet. Es sind nachvollziehbare Szenarien, keine Versprechen.
Konkrete, herausfordernde Ziele wirken deutlich stärker als ein vages „streng dich an“. Die freien Tage machen aus „gute Noten“ ein greifbares Jahresziel.
Kontrollierende Belohnungen können innere Motivation schwächen. Selbstbestimmte Zeit ist dagegen Autonomie, und die ist laut Selbstbestimmungstheorie der Kern echter Motivation.
Große Feldstudien zeigen: Anreize für Einsatz wirken verlässlicher als reine Ergebnis-Prämien. Deshalb zählt auch außerschulisches Engagement.
Belohnungen wirken am besten, wenn sie konkret, erinnerbar und für die Zielgruppe wertvoll sind. Für Jugendliche trifft ein freier Tag genau das.
Wir erfinden nichts Riskantes, wir übertragen ein bewährtes Prinzip auf unsere Schule.
Viele High Schools befreien Schüler*innen mit guten Noten und guter Anwesenheit von Abschlussprüfungen, gestaffelt nach Leistung. Nachgewiesene Leistung gegen weniger Pflicht: genau unser Prinzip.
Die staatliche Bayerische Seenschifffahrt und mehrere Regionalbahnen lassen Schüler*innen mit einer Eins im Zeugnis in den Sommerferien gratis fahren.
Buchhandelsketten belohnen Einser oder eine Verbesserung um eine Note. Leistung zu belohnen ist gesellschaftlich längst etabliert.
Die häufigsten Einwände und wie das Konzept sie beantwortet.
An Schularbeiten, Tests und Pflichtveranstaltungen gibt es keine freien Tage. Den Stoff holt man selbstständig nach, und die Tage werden einzeln genommen, nie am Stück.
Das Jahreszeugnis. „Guter Erfolg“ und „Ausgezeichneter Erfolg“ sind offizielle, objektive Kriterien. Für Engagement-Tage entscheidet die Schule im Einzelfall.
Sehr wenig. Eine Liste pro Klasse zu Schulbeginn, eine Mail pro freiem Tag, ein Eintrag in WebUntis. Die Abstimmung mit dem Klassenvorstand spätestens drei Tage vorher sorgt dafür, dass kurzfristige Termine berücksichtigt werden.
Das gilt für kontrollierende Belohnungen wie Geld oder Druck. Selbstbestimmte Zeit stärkt Autonomie und damit die Motivation.
Missbrauch wie das Schwänzen von Schulveranstaltungen wird sanktioniert und kann künftige freie Tage kosten. Tage verfallen außerdem mit Schulschluss.
Nein. Freie Tage müssen im Schuljahr genommen werden, für das sie gelten.
Fragen zum Ablauf beantwortet dein Klassenvorstand. Zum Konzept selbst meldet euch gerne bei der Schülervertretung.